Gegen den Veteranentag: Nie wieder Wehrpflicht – Nie wieder Krieg!

Als Auftakt der Aktionswoche zum Veteranentag startete, den heißen Temperaturen zum Trotz, am Samstag um 14 Uhr die Demo unter dem Motto “Nie wieder Wehrpflicht – Nie wieder Krieg!”. Auch die DKP Münster war vor Ort und verteilte an viele interessierte Menschen ihre Wochenzeitung “unsere zeit – UZ”.

Zu den Bündnispartnern gehörten, neben den Zukunftsmachern und der SDAJ, auch das Bündnis “Eltern-und-Großeltern-gegen-die-Wehrpflicht Münster”.

Wir veröffentlichen hier mit freundlicher Genehmigung ihren Kundgebungsbeitrag:

Veteranentag 20.06.2026 Münster

Beitrag von Eltern und Großeltern gegen Wehrpflicht Münster:

Der Nationale Veteranentag in Deutschland wurde am 25. April 2024 durch einen Beschluss des Deutschen Bundestages eingeführt. Er wird seither jedes Jahr am 15. Juni begangen, um den Dienst und Einsatz aktiver sowie ehemaliger Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr zu würdigen.

Der Veteranentag soll ein Feiertag für alles Militärische und für die Bundeswehr generell sein. Dies ist das erklärte Ziel von Bundesregierung und Bundeswehr. Gefordert wird die stärkere gesellschaftliche Sichtbarkeit der Bundeswehr. Eine „neue Veteranenkultur“ soll nach Vorbildern anderer NATO-Staaten etabliert werden. Die Rolle der Reservisten und des Heimatschutzes soll hervorgehoben werden. Zwischen diesen Reservetruppen und den aktiv dienenden Soldatinnen und Soldaten soll ein „einigenden Band“ geknüpft werden.

Dieser Tag soll mit Feiern und Festen in allen Städten begangen werden. Geboten werden u.a. Lasergewehrschießen für Kinder, Computerspiele, Familienprogramm unter Tarnnetzen und Veteranenkochkurs an der Bundeswehr Feldküche. Diese Aktionen sollen die Kriegsbereitschaft von Jung und Alt ankurbeln.

Die größte Veranstaltung findet am 21. Juni vor dem Reichstag in Berlin statt. Schirmherrin ist Bundestagspräsidentin Julia Klöckner.

Der Veteranentag ist zugleich auch ein Test, der klar zeigt, wer in der Frage „Krieg oder Frieden?“ wo steht: die AfD, die auch am diesjährigen 15. Juni wieder auf allen Kanälen ihrer sozialen Medien von einem „überfälligen Zeichen der Anerkennung“ gepostet hat.

Wir sehen diese Entwicklung äußerst kritisch. Gerade mit der deutschen Geschichte halten wir es für gefährlich, Militär wieder stärker in die Mitte der Gesellschaft zu rücken und neue Formen von Heldenkult zu etablieren. Wir brauchen keine gesellschaftliche Gewöhnung an Militär, keine Verherrlichung soldatischer Rollenbilder und keine weitere Militarisierung des öffentlichen Lebens.

Nicht gesprochen wird über die seit 1957 3500 toten deutschen Soldaten, keiner spricht über die Einsatztoten und Kriegsversehrten in Afghanistan, Kosovo, Bosnien und Mali.

Erwähnt werden auch nicht die Fälle, die Selbstmord begangen haben, posttraumatische Belastungsstörungen haben oder andere psychische Erkrankungen.

Wir, die Eltern und Großeltern gegen Wehrpflicht lehnen diese umfassende Militarisierung der Gesellschaft ab. Bundeskanzler Merz will, dass die Bundeswehr die größte Armee Europas wird. Für Aufrüstung und Kriegsgerät werden Milliarden von Schulden gemacht, zudem wird an Bildung, Sozialem und Klimaschutz gespart. Unsere Kinder und Enkel werden die Folgen dieser Kriegstreiberei zu spüren bekommen.

Wir wollen nicht, dass unsere Kinder und Enkel kriegstüchtig gemacht werden, wir wollen für sie eine friedliche Zukunft.